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Am 23.02.2010 wurde ich durch die Versammlungsbehörde Berlin telefonisch aufgefordert eine Genehmigung zum Aufsteigenlassen der Ballons bei der Flugsicherungsbehörde einzuholen, dem bin ich unverzüglich nachgekommen. Gegen die Befestigung von "Stimmzetteln" an den Ballons ist auf meine Nachfrage von seiten der Flugsicherungsbehörde kein Einwand erhoben worden. Siehe nachfolgenden Schriftverkehr:

Sehr geehrter Herr Fuhrken,

die von Ihnen beantragte Freigabe für den Aufstieg von max.100 Kinderluftballonen in 10557 Berlin, Platz der Republik am 26.02.2010 wird hiermit unter folgenden Auflagen erteilt:
1. Die Ballone dürfen nicht gebündelt werden (so genannte Ballontrauben).
2. Zum Befüllen darf kein brennbares Gas benutzt werden.
3. Es dürfen keine harten Gegenstände (Holz, Plastik, Metall, Wunderkerzen, Leuchtstäbe) an bzw. in den Ballonen befestigt werden.
Die Auflagen sind sofort vollziehbar.
Bei Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Frank Hartmann

Aeronautical Information Service Center (AIS-C)

DFS Deutsche Flugsicherung GmbH
GB Aeronautical Information Management
Tel: 069 78072 658
Fax: 069 78072 668
Mail: ballon@dfs.de

Christoph.Fuhrken@t-online.de
23.02.2010 12:29

Des weiteren wurde ich am 23.02.2010 vormittags angerufen und durch den Polizeiabschnitt 34 darüber informiert, dass diese Aktion meldepflichtig ist und habe daraufhin die Flash Mob Aktion online bei der Internetwache Berlin angekündigt.

Laut Versammlungsbehörde bin ich weiterhin verpflichtet, mit dem Bundesministerium des Innern (BMI) Rücksprache zu halten.

Nach einem Telefonat mit dem BMI habe ich am 23.02.2010 16:45 Uhr eine ausführliche Projektbeschreibung und eine Erklärung zu der Aktion gemailt, mit der Bitte diese Aktion zu unterstützen, darin heißt es:

Hallo Herr...
Die folgende Flash Mob/Smart Mob Aktion habe ich unter @23.02.2010-.... bei der Internetwache Berlin angekündigt und würde mich freuen, wenn Sie die Aktion unterstützen würden, ich rechne mit ... Teilnehmern, die sich zusammenfinden könnten, um sich gegen den Einsatz von Waffen mit abgereicherten Uran auszusprechen, und darauf aufmerksam machen, indem sie einen pinkfarbenen Ballon mit "Stimmzettel" fliegen lassen. Die gesundheitlichen Folgen, die durch den Einsatz dieser Waffen für Zivilbevölkerung und Soldaten und deren nachfolgenden Generationen entstehen sind belegt. Ich denke, das die Frage auf dem "Stimmzettel" gestellt werden darf und muß, zumal unsere Regierung seit Jahren immer mehr Einsatzkräfte in Depleted Uranium betroffenen Kriegsgebiete schickt. Ich denke auch, dass in diesem Sinne, der Platz der Republik ein guter Ort wäre, um dem Anspruch gerecht zu werden. Flash Mob, weil es Menschen gibt, die für Ihre Überzeugung bereit sind, einen Ballon fliegen zu lassen, und an die missgebildeten Kinder zu erinnern, die jeden Tag aufs neue geboren werden, ohne etwas ändern zu können, aber es trotzdem tun, und eine Frage stellen, die kein Mensch mit Ja beantworten möchte. Und überhaupt, was fliegt nicht alles durch die Luft?

L.G. Christoph Fuhrken

24.02.2010 Die Versammlungsbehörde und die Berliner Polizei geben mir die Information, dass von Ihrer Seite der Aktion nichts mehr entgegensteht. Auf meine Nachfrage beim Bundesministerium des Innern ist die Entscheidung an den Bundestag weitergegeben worden, der die letzte Entscheidung trifft, ob die Aktion auf dem Platz der Republik stattfinden darf.

Wäre also toll, wenn IHR kommt, denn der Ton macht die Musik, und ich meine, was ich von Seiten des BMI gehört habe klang zuversichtlich. Da ich morgen keinen Eintrag machen kann, weil ich auf dem Weg nach Berlin bin, könnt Ihr mich bei Fragen nur mobil unter 0170 9367759 erreichen.

Ungeachtet der Tatsachen machen die Rolltreppen weiter... und ich erwarte Euch am

Paris-Moskau Restaurant

am 26.02.2010 zwischen 12:00-14:00 Uhr

mit 100 Ballons

Am 25.02.2010 bekam ich per e-mail die Genehmigung der Aktion durch das Bundesministerium des Innern, in dem es heißt:

Sehr geehrter Herr Fuhrken

...gemäß § 3 i.V.m. § 1 des Gesetzes über befriedete Bezirke für Verfassungsorgane des Bundes lasse ich im Einvernehmen mit dem Präsidenten des Deutschen Bundestages die von Ihnen am Freitag den 26.02.2010 in der Zeit von 14:00-15:00 Uhr vorgesehene Versammlung zum Thema "Depleted Uranium. Do you want to go there?" mit ca. 40 Teilnehmern mit der Auflage zu, dass die Versammlung auf dem Platz der Republik an der Ecke Heinrich-von-Gagern-Straße/Paul-Löbbe-Allee durchzuführen ist...

Als ich mit meiner Frau und meinem Sohn die Verteilerstation/Aufblasplatz für die Ballons zwischen dem Polizeirevier 34 und dem Paris-Moskau Restaurant / Alt-Moabit 141 aufstellte ( Gasflasche für Ballons, Nägel etc.), wurde ich von einem Einsatzleiter der Berliner Polizei darüber informiert, dass wir während der gesamten Aktion von einem Einsatzkommando der Polizei begleitet werden würden. Tatsächlich konnte um 12:00 Uhr niemand wissen, das sich alles anders entwickeln würde, als wir gedacht hatten, und wir letzten Endes aus Ermangelung von teilnehmenden Flash-Smart Mobbern, eine Street Art Aktion starteten, die unter ständigem Polizeischutz mit Überwachung stattfand, zu der sich die hilfreichen Hände zweier Frauen und eines einsamen Peaceniks gesellten, da sich die Ballontrauben in unsern Händen und über unseren Köpfen, auf dem Weg zum Platz der Republik, im Wind fast unentwirrbar verwickelt hatten. Eine besondere Überraschung war das Auftreten eines Filmteams mit dem Double der Kanzlerin Angela Merkel, die sowenig mit der Aktion zu tun hatte, wie im wahren Leben. Insgesamt ein voller Erfolg!

Hier ein paar Fotos der Aktion, und natürlich könnt Ihr euch die Filme unter youtube ansehen.